Dienstag, 25. September 2018

Bericht zum 22.09.2018 -> Stadtführung in Stettin

Was für eine Tour! Tom, der schon vor vielen Jahren die Berliner Gegend mit seiner TDM bereiste, ist nach vielen Stationen in ganz Deutschland und Österreich nun wieder zurück. Praktisch ein Nomade, der sein Geld mit Immobilien verdient - Sachen gibt's. Zumal er auch noch mit einem echt fetten Bike daher kam. Wir hatten ja schon einige exotische Motorräder dabei: Triumph, Voxan, sogar `ne BMW. Aber eine Victory hatten wie noch nie. Der Hubraum mit 106 ci / 1731 cm³ ist schon mal eine Ansage, aber das monströse Vorderrad würde als Zwillingsreifen an einem Trecker sicher auch gute Dienste leisten. Kein Navi dabei, dafür „analoge“ Navigation mit großflächigen Karten auf dem Riesentank. Plus Navigationshilfe auf die Rücksitz, Modell Franzi, die zugleich auch die Foto-Beauftragte für den heutigen Tag war. Denn heute sollte es wieder in alter Tradition ein organisiertes Event geben: eine Stadtführung in Stettin. Leider konnten wir nicht pünktlich um 9 Uhr starten. Immer wieder gab Verzögerungen, weil evtl. oder doch ganz bestimmt noch Jemand zum Startpunkt kommen wollte. Aber der Kawa-Fahrer schaffte es trotzdem nicht, obwohl wir doppelt so lang gewartet haben. Muss wohl `ne W650 gewesen sein. Ein Anderer hatte sogar 80km Anreise und war pünktlich da. So blieb es bei Victory, 2x BMW, 1x Honda und 1x Yamaha.

Um 9:40 ging‘s dann endlich los - über Mühlenbeck, Zühlsdorf, Wandlitz. Dank ausgeräumter Flöten war die Victory akustisch gut zu orten, so dass der Lumpensammler der Meute auch nach Gehör folgen konnte. Es folgte eine kurze Vorbeifahrt am Schiffshebewerk Niederfinow, na jetzt sind es ja schon zwei, denn das Neue ist ja eigentlich schon fertig. Leider war die Straße nach Oderberg gesperrt. Mangels Alternative hatte Tom doch die Nüsse, sich den schmalen Pfad an der Baustelle entlang zu schlängeln. Der war so schmal, dass die BMW mit den 2 Koffern schon etwas zu breit war. Ich hoffte nur, dass der Fußweg am anderen Ende nicht blockiert ist, sonst muss Toms Eisenschwein per Heli rausgeholt werden. Mit 6 Bikes mehrere hundert Meter rückwärts ist keine gute Idee. Aber manchmal hat man auch Glück. So ging‘s im schnellen Galopp weiter, vorbei an Angermünde und Schwedt direkt in Richtung Polen. In Stettin angekommen, fuhren wir dem Taxi mit unserer Stadtführerin bis zum Hafen hinterher. Wer Stettin nicht kennt: etwas über 400.000 Einwohner, aber Verkehr wie in Berlin. Fünfspurige Straßen mit Sekundenanzeige pro Spur, wie lange noch Rot oder Grün ist. Der Spot am Hafen war genial. Erst einmal lecker essen im besten Restaurant am Platz (Christopher Columbus - walychrobrego.com). Und auch das Bezahlen per EC-Karte in Zloty war dann einfacher als zunächst befürchtet. Unsere Stadtführerin ließ es sich nicht nehmen, die zentralen Sehenswürdigkeiten ausführlich zu beschreiben. Dom, Schloss, `ne Kirche hier und dort - das war eine Menge Text in 90 Minuten. Ich habe mitgenommen, dass die Briten nicht alles bombardierten, weil sie glaubten, dass der Bereich am Hafen in Stettin nach dem Krieg eine englische Provinz werden wird.

Die Rückfahrt führte uns zunächst über eine der beiden Oderbrücken weiter auf polnischer Seite entlang der Grenze nach Süden auf der 31. Später weiter auf der 122, 125 und 124 und bei Hohenwutzen zurück nach DE. In Bad Freienwalde sind wir noch mal kurz eingekehrt im Ratsstübel am Marktplatz, dessen Wirt unfreiwillig zu allgemeiner Heiterkeit insbesondere bei der weiblichen Besatzung sorgte. Die Rückfahrt startete dann schon im Dunkeln und dank Sperrung der B158 ging‘s über ein paar Dörfer: Papierfabrik, Falkenberg, Cöthen, irgendwann wieder auf die B158 rauf, weiter über Werneuchen. Und bei der A10 fuhren die ersten schon auf die Autobahn.

 

Tom, alles richtig gemacht, vielen Dank! Du hast uns mit Deiner Victory zum Sieg geführt! Sich nicht vom Wetter abschrecken lassen, perfekte Organisation (mit 70 Euro in Vorleistung gegangen). Und tolle Navigation - wie hast Du das ohne Navi nur so schnell hinbekommen? Nächstes Mal ist der Kawa-Fahrer dran.

 

Fazer-Dirk.

 

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